Mhera´Siel

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Mhera´Sieler
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Das Land Mhera´Siel - gieriges Land unter sengender Sonne.

Der Stamm der Al'Benar regiert das kolonialistisch-aggressorische Benaristan, einen der acht Stadtstaaten, welche die heiße, trockene Ebene von Mhera'Siel (meras. "sengende Sonne") bevölkern. Zentrum der Macht ist die Kapitale "Mhera'Benan" (meras. "heißes Gold"). Auf die gut 3.000 mehr oder weniger eng verwandten Mitglieder der Herrscherfamilie und die noch etwa ebenso vielen wohl situierten Angehörigen anderer angesehener Familien kommen mindestens die zehnfache Anzahl an Leibeigenen, Sklaven und unfreien Bediensteten. In jüngerer Vergangenheit gerieten die zuvor eigenständigen Städte "Mhera'Azil", die "Blühende" sowie "Mhe'Rak, die "Glühende", durch Intrigen, finstere Magie und kriegerische Bedrohung in wirtschaftliche sowie militärische Abhängigkeit. Damit zählt der Stamm der Al'Benar zu den drei einflussreichsten Familien der Ebene von Mhera'Siel. Die einzelnen Stadtstaaten der Steppenlande sind allenfalls durch brüchige Versprechen untereinander verbunden oder besser: nicht in offen-kriegerische Handlungen verstrickt. Ein konföderierter Staat Merasiel oder auch das in londrischen Schriften oft genannte Merasizien existiert de facto nicht und die von einigen mächtigen Potentanten oft geträumte Vision eines Reiches Groß-Mhera'Siels, vereint unter dem Banner der "Sengenden Sonne", wird wohl ewig ein Wunsch bleiben. Dennoch ähneln sich die Menschen der Ebene in ihrem Aussehen, ihrem Charakter, ihrem Glauben, ihrer Sprache und Kultur.

Der Stammesvater (aktuell: Samir Al'Benar), nicht zu verwechseln mit dem Stammvater, dem ersten Mann des Geschlechtes der Benaridaner, trägt den Titel des Sultan oder Saladin (meras. "Herrscher"). Er regiert Benaristan souverän und allein. Der Rang ist in etwa mit dem Königstitel Londriens vergleichbar. Dem Sultan zur Seite stehen seine Wesire (meras. "Minister"), welche zumeist in direkter Linie - oft sind es die jüngeren Brüder - mit ihm verwandt sind. Der Wesir besitzt allein das Vorschlagsrecht und ist direkt vom Wohlwollen des Saladins abhängig. Das Wort eines Wesirs jedoch ist für das Volk ebenso Gesetz wie das des Sultans selbst. Der unübersichtliche Hofstaat kennt noch eine Reihe weiterer Titel und Ränge unter denen der Emir, der Schech und der Agha wohl die höchsten sind. Reiche Männer beanspruchen, so sie keinen anderweitigen Titel innehaben, die Anrede Satrap für sich, was in etwa "Hoher Herr" bedeutet. Zu hoch verschuldete Männer verlieren letztlich ihre Freiheit. Ein Sklave ("Mhadsho") fristet oft ein unwertes Leben, abhängig vom Wohlwollen seines Satrapen, als Diener, Gladiator oder er endet als Blutopfer auf einem schwarz-roten Marmoraltar von Al Ben'Surril.

Der reichen Frau, der Salazina (gesprochen: "Saladsina"), kommt in der merasitischen Gesellschaft eine Sonderstellung zu. Sie genießt zumeist noch höheres Ansehen und Macht, als ihr Gebieter, also ihr Ehemann selbst. Dennoch führt sie niemals im Vordergrund die Geschäfte sondern agiert eher als Gesellschafterin oder Beraterin im Verborgenen. Als Juwel des Hauses wird sie von ihrem Gatten verwöhnt und auf Händen getragen. Eine ähnliche Titelvielfalt wie bei den Herren ist unter der weiblichen Bevölkerung unüblich. Einzig, das überwiegend von Männern zur Unterstreichung ihrer Wertschätzung der Dame als Anrede benutze Domna, darf hier noch erwähnt werden. Die Mhashas (meras. "Dienerinnen" sowie "Sklavinnen") gelten dagegen als Gemein- und Gebrauchsgut. Auf ausschweifenden Orgien müssen sie den Satrapen und Salazinen zu Diensten sein, was sie gelegentlich auch das Leben kosten kann. Zwischen diesen Extrema steht die Kaste der Sharazen, der Tänzerinnen und Kurtisanen, deren Stellung sowie Ansehen je nach Vermögen erheblich schwanken kann.

Die Staatsreligion Benaristans ist der Benar-Surrilam, eine eher weltoffene Ausrichtung des Surrilam. Die Benaridaner glauben, wie nahezu alle Bewohner der Steppenlande Mhera'Siels, nur an einen einzigen Gott, welcher sämtliche Aspekte des täglichen Lebens beinhaltet. Der Götze trägt den Namen Al Ben'Surril (surrila = Proto-Merasizinya für "unwirklich", "nicht menschlich", "übermächtig"). Allerdings erfreut sich auch der Kampfname des Abgottes, "Surrilah", in Gebeten, Schwüren und Anrufungen großer Beliebtheit. Bisweilen steigern sich aber auch die Benaridaner in einen fanatisch, religiösen Wahn hinein. Diese Gläubigen werden gemeinhin als Surrilamisten bezeichnet und gefürchtet. Im Mittelpunkt des Surrilam stehen die 666 Wahrsprüche des "Al Ben'Surril Kodex", des "Surrilox", des "Liber Surrilah" oder schlicht des "Mherhan". Dieser Gesetzeskodex hat mindestens ebenso viele inhaltliche Varianten wie Namen. Die Grundprinzipien des "Mherhan" finden sich in allen merasizinischen Staatsreligionen wieder. Feine Differenzen in den Deutungen allerdings führten zu zahlreichen Schismata und der daraus resultierenden Konkurrenz der Glaubensrichtungen. Blutige Übergriffe auf die vermeintlich Irrgläubigen sind daher bei kriegerischen Auseinadersetzungen der Stadtstaaten Mhera'Siels untereinander keine Seltenheit oder auch oft die vorgeschobene Begründung. Die Tempel Benaristans ersticken förmlich in Gold und anderen Edelmetallen. Im Innern eines solchen Bethauses zeigt sich der wahre Reichtum des Staates. Zwar verbietet es der 13. Sang des "Mherhan" den Gläubigen, Abbilder ihrer Maskotte anzufertigen, und so treibt in der heißen Ebene auch eine ihresgleichen suchende Ornamentkunst bezaubernde Blüten, doch haben sich in den Jahrhunderten einige gegenständliche Darstellungen der verschiedenen Aspekte Al Ben'Surrils etabliert. Die verbreitetsten sind ein geschlossenes Auge und ein Würfel mit je einem Auge pro Fläche. Der Surrilam kennt und verehrt eine Vielzahl von weisen Propheten, welche häufig einflussreiche Saladine waren. Den Reliquien dieser Männern werden nahezu alle erdenklichen Fähigkeiten zugesprochen. Ebenso oft betet der Gläubige auch zu den heiligen Frauen, den sogenannten "Mhadt Khas". Die naturgetreue Abbildung der Heiligen verbietet der "Mherhan" mitnichten und so posieren diese Maiden von schier überirdischer Schönheit meist in eindeutigen Haltungen der Fruchtbarkeit, Begierde, Ehelosigkeit oder Wollust auf den "Hasthlas", den gesegneten Pergamenten. Ihrem Götzen Al Ben'Surril huldigen die Benaridaner häufig mit blutigen Opferzeremonien oder sündhaften, widerwärtigen Unkeuschheiten, deren Beschreibung schier unmöglich ist, ohne dass sie dem Abgott zu putativen Ehren gereichen.

Benaristans Reichtum entstammt der systematischen Ausbeutung und gnadenlosen Unterjochung benachbarter Länder. Weitreichende Handelsbeziehungen existieren allenfalls einseitig als Tributzahlungen an den Stamm der Al'Benar. Bezeichnend dafür ist der Ausspruch des einstigen Saladins, Sulman Al'Benars: "Alle Wege führen nach Mhera'Benan." Weitere Standbeine der Benaridanischen Wirtschaft sind der Sklavenhandel, der Geldwechsel und die Plantagenbewirtung. Auf den riesigen Plantagen beschäftigen die Schechs ganze Heere von Sklaven, welche pro Jahr mindestens zwei Ernten verschiedenster Rauschkräuter einholen. In ihrer übermäßigen Freizeit erfreuen sich die reicheren Benaridaner mit Vorliebe am Glücksspiel, an grausamen Gladiatorenkämpfen sowie ausschweifenden Gelagen und selbst die "ärmsten" unter den freien Einwohnern Benaristans würden niemals auf ihr kleines Vier-Uhr-Pfeifchen verzichten.

Das benaridanische Heer ist eine bunt zusammengewürfelte, allerdings äußerst gut bezahlte und ebenso vorzüglich ausgebildete Söldlingstruppe. Feste Bezahlung, auch in Friedenszeiten, und die Aussicht auf eine Invalidenpension, aber vor allem die festgeschriebenen Beuteanteile, fördern die Treue der Mietlinge beträchtlich. Gerüchten zufolge muss zudem jeder Söldner seine Anstellung mit seinem eigenen Blut unterschreiben. Dies ist ein Pfand, dass in den Händen manches Zauberkundigen mehr wert als Gold sein soll. Nur in Ausnahmefällen tritt ein Angehöriger der Herrscherfamilie den Militärdienst im Heer an. Meist bekleiden die Al'Benars kommissarisch die oberen Ränge der Armee und lassen sich die Entscheidungen von persönlichen, militärischen Beratern vorschlagen.

Neben edlem Blute und angehäuftem Reichtum öffnet auch die Zauberei in Benaristan die Tür in ein angenehmes Leben. Die Magica Controllaria genießt sehr hohes Ansehen im Stammesgebiet. Aber mehr noch achtet das Volk die schwarze Kunst. Blutige Rituale und andernorts verbotene Praktiken üben eine besondere Faszination auf die Bevölkerung der Steppenlande aus. Oftmals stellen Beschwörungen übernatürlicher Entitäten den Höhepunkt einer sündigen Orgie an und die Dämonen dienen nicht allein als Anschauungsobjekt... Ganze Vermögen verschenken die Herrscherfamilien der Stadtstaaten Mhera'Siels daher an die finsteren Akademien ihres Einflussbereiches, um mit immer neuen Widerwärtigkeiten aufwahrten zu können. Den Einsatz von destruktiver Hermetik oder gar invozierten Entitäten innerhalb einer Schlacht allerdings verbietet die Interpretation des 241. Sanges des "Mherhan": "Der Surrilah-Gefällige Schlächter sucht die Gesellschaft der Jenseitigen, um ihre Reihen zu mehren."

Die Kleidung der Steppenlande erscheint dem Betrachter oftmals teuer, fremd und außergewöhnlich, bisweilen auch unzüchtig, fast sündhaft. Beide Geschlechter gleichermaßen bevorzugen bunteste, fast kühne Farbzusammenstellungen, verschnörkelte Stickereien und eingearbeitete Perlen, Edelsteinchen oder gar Münzen. Die Benaridanischen Männer greifen zu wallenden Pluderhosen aus glänzenden, seidigen Stoffen und tragen dazu ebenso weitgeschnittene Tuniken, die in der Regel mit tiefen, die häufig buschige Brustbehaarung entblößenden Ausschnitten versehen sind. Beliebte Kopfbedeckungen sind blumentopfartige Stoffkappen oder gar um das Haupt gewundene Tuchwülste, so genannte Thur'Bana (meras. "Wurmkopf"). Die Frauen Benaristans scheinen, wie auch im übrigen Mhera'Siel üblich, jegliche Form von Keuschheit oder Züchtigkeit zu verachten. Atemberaubend hochgeschlitzte, durchschimmernde Röcke und schier unendlich tief dekolletierte Hemdchen, allenfalls bedeckt durch eine winzige Weste, zeugen von den Vorlieben der Benaridaner, ja, vom verdorbenen Charakter dieser Menschen. Wie zum Hohn verschleiern die Frauen der heißen Ebene dagegen häufig ihr Antlitz oder sie verbergen es unter gefiederten Masken. Ihr Haupthaar tragen die Salazinas gerne zu imposanten Kunstwerken zusammengesteckt oder geknotet. Selbstverständlich dürfen Einflechtungen edler Bänder oder kostbarer Schmuckstücke nicht fehlen. Die bevorzugten Waffen der Bewohner Mhera'Siels sind der Scimitar und ein kleiner, ritueller Zierdolch namens Wakkif (meras. "Rauchmesser"), welcher viel öfter zum Zerkleinern von Rauschkraut, denn zum Schneiden von Fleisch verwendet wird. Aufgrund der weitgefächerten Herkunft der Söldlinge, Gladiatoren und Sklaven findet der Kaufwillige aber fast jegliche nur erdenkliche, sogar orkischer Handwerkskunst entstammende Klinge, so er bereit ist den entsprechenden Preis zu zahlen. Ähnlich verhält es sich mit dem Rüstzeug. Während der blutechte Benaridaner allenfalls einen reichverzierten Spiegelpanzer wählt, gleicht die Rüstkammer des Heeres einer Sammlung sämtlicher bekannten Länder, Stile und Epochen des letzten Jahrtausends. Einzig der komplette Gestechpanzer gilt seit den Dürrekriegen vor gut vier Jahrhunderten als verboten, ja als lebensgefährlich unter der "sengenden Sonne"

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